Belize
Belize City
Belize City war bis 1970 die Hauptstadt von British Honduras, einer britischen Kolonie, die später zu Belize wurde (→ Geschichte). Am 31. Oktober 1961 war jedoch ein Hurrikan über die Stadt hinweggefegt und hatte sie zu großen Teilen zerstört. 70 Prozent der Häuser waren nicht mehr bewohnbar, 10.000 Menschen plötzlich obdachlos. Mehr als 300 Menschen starben. So beschloss man, eine neue Hauptstadt weiter im geschützteren Landesinneren zu erbauen. Das wurde dann Belmopan.
Belize City - oder auf deutsch: Belize-Stadt - ist jedoch noch immer die größte Stadt des kleinen Landes. Hier leben etwa 65.000 Menschen. Sie ist nach wie vor auch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Im Hafen legen auch viele Kreuzfahrtschiffe an. Die Passagiere können zu Fuß in die City laufen. Ein Flughafen ist in der Nähe und große Straßen verbinden Belize City mit den anderen Städten des Landes.
Acht Kilometer nördlich von Belize City mündet der Belize River in das Karibische Meer. Dieser Fluss gab dem Land den Namen. Ein Flussarm zweigt kurz vor der Mündung nach Süden ab und durchquert dann Belize City. Dieser Haulover Creek teilt die Stadt in eine Nord- und eine Südhälfte. Auch er mündet dann ins Karibische Meer. Über den Wasserlauf führen mehrere Brücken, von denen die Swing Bridge die bekannteste ist. Es ist eine Drehbrücke, von der es nur wenige auf der Welt gibt. Man vermutet, dass der Name Haulover (Holüber) Creek daher rührt, dass die Menschen vor dem Bau der Drehbrücke im Jahr 1922 ihr Vieh mit Seilen über den Bach ziehen mussten.
Die Stadt liegt an der Küste des Karibischen Meeres. Vorgelagert sind ihr ein paar Inseln, die Cayes. Über Wassertaxis sind sie schnell zu erreichen.
1638 wurde der Ort als Belize Town gegründet. Britische Siedler ließen sich hier nieder, die Baymen. Zuvor war hier ein Dorf der Maya. Die Briten verdienten ihr Geld mit Holz. Auf dem Creek ließ es sich gut transportieren, die Lage am Meer war ideal, um es zu verschiffen. Sie waren es auch, die Sklaven aus Afrika hierherholten, damit diese die Arbeit für sie verrichten sollten.
Gefeiert wird auch in Belize-Stadt! So wird der Baron Bliss Day am 9. März begangen, der Unabhängigkeitstag am 21. September. Am 19. November findet der Garifuna Settlement Day statt. Auch Ostern und Weihnachten werden gefeiert.
Sehenswürdigkeiten von Belize City
Die Swing Bridge führt über den Haulover Creek und verbindet die beiden Stadthälften Northside und Southside. Sie wurde 1922 erbaut.
Im Stadtteil Fort George findet man den Baron Bliss Leuchtturm am Hafen. Er wurde 1885 an der Stelle einer ehemaligen spanischen Festung errichtet, die nach der Schlacht von St. George’s Caye im September 1798 stark beschädigt worden war. Benannt ist er nach Baron Bliss (1869-1926), einem der größten Wohltäter von Belize. Er spendete dem Land eine große Menge Geld. Obwohl er selbst nie belizischen Boden betreten hat, war er von der herzlichen Gastfreundschaft der Bevölkerung beeindruckt. Er bereiste die Welt an Bord seiner Yacht “Sea King”. Am 9. März 1926 starb der Baron vor der Küste von Belize City und verfügte, dass er in Belize in einem Grab nahe dem Meer beigesetzt werden sollte, mit einem nahegelegenen Leuchtturm. Auch sein Grab kann man besuchen.
Wo Albert Street und Regent Street aufeinandertreffen, befindet sich St. John’s Cathedral, die anglikanische Kirche von Belize City. Erbaut wurde sie zwischen 1812 und 1820, und zwar mit Steinen, die zuvor als Ballast auf Schiffen gedient hatten. Sie war die erste Kirche, die in der Kolonie British-Honduras errichtet wurde - mit Hilfe von Sklaven. Die Außenfassade besteht aus Ziegeln, der Innenraum ist mit Mahagoni und Sapodillaholz ausgestattet.
Gegenüber der St. John’s Cathedral befindet sich an der Regent Street das Government House, ein Regierungsgebäude, das 1814 im kolonialen Stil erbaut wurde.










