Marshallinselns Flagge Marshallinseln

Was passierte am 30. Juni 1946?

Am 30. Juni 1946 sollte sich für viele Bewohner der Marshallinseln so einiges ändern. An diesem Tag explodierte die erste amerikanische Atombombe in der Südsee auf dem Bikini-Atoll.  Doch nicht nur für die Inselbewohner änderte sich das Leben, für viele andere auch. Es kennzeichnete gleichzeitig den Beginn des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion und den Beginn eines jahrelangen Wettrüstens.

Zwölf Jahre lang sollten diese Tests dauern, bis man sie endlich einstellte. 1954 explodierte die Bombe "Bravo" ebenfalls auf dem Bikini-Atoll, die größte amerikanische Bombe, die jemals gebaut wurde. 23 Bomben wurden allein auf dem Bikini-Atoll gezündet, insgesamt waren es 67. Die Zerstörungskraft entsprach laut Aussage der Amerikaner 7000 Hiroshima-Bomben.

Atombombenversuche auf den Marshallinseln

Zwei Bomben explodierten, eine wurde von einem Flugzeug abgeworfen, eine Bombe explodierte Unterwasser. Für die Region und die Menschen dort sollte das schlimme Folgen mit sich bringen. Alles war in der Folge verseucht.

Die Folgen

Millionen von Tonnen radioaktiv verstrahlten Wassers wurde in die Luft geschleudert, dazu kamen Sand und Kalk. Inseln wurden komplett zerstört oder für Jahrtausende so schlimm verseucht, dass niemand mehr dort leben konnte und bis heute kann.

Während die Amerikaner die Bewohner des Bikini-Atolls zwar evakuiert hatten, lebten auf anderen Inseln weitere Menschen. Und da der Wind an diesem Tag stark wehte, waren viele Inselbewohner von der radioaktiven Strahlung betroffen.

Viele Menschen dort erkrankten und erkranken auch heute noch an Krebs. Viele Kinder kommen geschädigt zur Welt, weil die Versuche das Erbgut der Menschen verändert hat. Auch wenn viele Bewohner umgesiedelt wurden, die Strahlen machen eben nicht Halt und verbreiten sich über viele Kilometer.

Wohin mit den Bewohnern des Bikini-Atolls?

Die Bewohner von Bikini wurden zunächst auf die Insel Rongerik gebracht. Als sie dort hungern mussten, siedelte man sie auf einem amerikanischen Stützpunkt der Luftwaffe an. Dies war nicht von Dauer. Am Ende landeten sie auf einer Insel namens Kiri, die ihnen allerdings nicht die wichtige Lebensgrundlage, den Fisch, bot. Zu wild war die Küste, um hier auf Fischfang gehen zu können. So brachte man sie 1967 wieder auf ihre Bikini-Insel zurück. Doch man musste feststellen, dass es auf der Insel immer noch gewaltig strahlte und siedelte die Menschen erneut um. 

Entschädigungen nach den Atomtests

Nach den schweren Atomtests der USA auf den Marshallinseln forderten viele Inselbewohner Entschädigungen. Ihre Heimat war teilweise zerstört, Menschen mussten umgesiedelt werden, und die Folgen der radioaktiven Strahlung belasten viele Familien bis heute.

Die USA zahlten zwar Geld und richteten Entschädigungsfonds ein. Trotzdem gab es immer wieder Streit darüber, ob diese Zahlungen wirklich ausreichen. Viele Betroffene empfanden die Hilfen als zu gering im Vergleich zu den gesundheitlichen Schäden, dem Verlust ihrer Heimat und der Zerstörung der Umwelt. Denn Geld allein kann weder verlorenes Land noch zerstörte Lebensräume oder erkrankte Menschen ersetzen. Bis heute sind einige Gebiete noch immer belastet oder nur eingeschränkt nutzbar. Viele Bewohner fühlen sich deshalb weiterhin benachteiligt.

Gleichzeitig sind die Marshallinseln wirtschaftlich stark von den USA abhängig. Deshalb bleibt das Verhältnis kompliziert: Die finanzielle Unterstützung ist wichtig, doch die Erinnerung an die Folgen der Atomtests bleibt bestehen.

letzte Aktualisierung am 29.04.2026