Sudans Flagge Sudan

Vom Königreich Kusch zeugen auch heute noch die Pyramiden von Meroe im Sudan. [ © Fabrizio Demartis / CC BY-SA 2.0 ]
Pyramiden, Meroe
Statue eines nubischen Königs im Sudan[ © Steve Evans / CC BY 2.0 ]
König, Meroe
Der Anführer des Mahdi-Aufstand hieß Mohammed Ahmad al-Mahdi.[ © gemeinfrei ]
Mohammed Ahmad al-Mahdi
Karte aus dem Jahr 1912: der Sudan unter britischer Kontrolle [ © gemeinfrei ]
Karte, Sudan, 1912
Umar al-Baschir war von 1993 bis 2019 Präsident des Sudan, dann wurde er vom Militär gestürzt.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Umar al-Baschir

Wie entwickelte sich der Sudan?

Schon viele tausend Jahre v. Chr. gab es im Sudan Spuren menschlichen Lebens. So stammen die ältesten Menschen der Erde aus der Region Ostafrikas und auch des Sudan.

Wohnhäuser entstanden schon im 8. Jahrtausend v. Chr., ebenso erste Siedlungen. Schon um 1700 v. Chr. bildete sich der erste Staat heraus.

Nubien und das Königreich von Kusch

Die Geschichte des Sudan steht in enger Verbindung mit dem Nachbarland Ägypten. So zählte der Sudan zur Pharaonenzeit zu Ägypten und nannte sich Nubien. Nubien wurde durch die Ägypter unterworfen. Kurzzeitig herrschten allerdings auch die Nubier über Ägypten, zur Zeit des berühmten Königreiches von Kusch. Die Kuschiten, die Herrscher des Königreiches, stellten lange Zeit sogar die Pharaonen.

Erst im 5. Jahrhundert v. Chr. mussten sich die Kuschiten wieder auf das Gebiet Nubiens beschränken. Ihre Hauptstadt hieß Meroe und noch heute zeugen die Ruinen von Meroe von der Bedeutung dieser Zeit. Das Königreich Kusch ging in der Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. unter. In der Folge entstanden auf diesem Gebiet weitere Königreiche. Schon zuvor hatte sich in der Region auch das Christentum ausgebreitet.

Der Islam breitet sich im Sudan aus

Der Einfluss des Islam nahm ab der Mitte des 13. Jahrhunderts auch in der Region des heutigen Sudan weiter zu und Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden arabische Reiche, die sich weiter ausbreiteten. Sitten und Gebräuche der Muslime prägten die Gesellschaft und die Menschen lebten nach den Gesetzen des Islam.

Im 19. Jahrhundert kam der Sudan unter ägyptische Herrschaft, wobei der Süden sich der Kontrolle der Ägypter zu großen Teilen entziehen konnte. Als neue Hauptstadt wurde Khartum gegründet.

Großbritannien als Kolonialmacht

Ebenfalls im 19. Jahrhundert begann die Kolonialmacht Großbritannien sich für den Sudan zu interessieren. Die Region war als Handelsplatz für die Briten interessant. Sie beeinflussten Politik und Wirtschaft und betrieben vom Sudan ausgehend einen regen Handel mit Indien und Arabien.

Doch die britische Herrschaft war den Sudanesen nicht willkommen und die einheimischen Völker begannen sich gegen die Fremdherrschaft Großbritanniens und Ägyptens zur Wehr zu setzen. So kam es 1885 zum Mahdi-Aufstand, benannt nach dem Anführer der Bewegung.

Die Ursachen der späteren Konflikte

Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Briten den Sudan wieder unter ihre Gewalt gebracht und herrschten gemeinsam mit den Ägyptern. Die Briten interessierten sich vor allem für die Nilquellen und pflanzten Baumwolle an.

Spätere Konflikte haben ihre Ursachen in dieser Zeit, da der Süden des Sudan durch den Einfluss von Missionaren sehr viel stärker durch das Christentum geprägt wurde, während der Norden sich an Ägypten anschließen wollte. So erhielt der Süden immer stärkere Selbstständigkeit. Eigentlich sollte der Süden vom islamisch geprägten Norden abgespalten werden. So war der Süden in den 1920er Jahren vom Norden getrennt und der Islam fand in den Süden keinen Eingang.

Republik Sudan

Bis 1953 sollte der Sudan britische Kolonie bleiben und 1956 wurde die Republik Sudan ausgerufen.

Der Südsudan wollte jedoch nicht unter der arabischen Vorherrschaft stehen und es kam zu einem langen und schlimmen Bürgerkrieg. Es bekämpften sich der islamisch-arabisch geprägte Norden und der christlich geprägte Süden. Dieser Bürgerkrieg begann schon 1955 und endete erstmals 1972, brach 1983 erneut aus und konnte erst mit einem Friedensschluss 2005 beendet werden. 2011 wurde der Südsudan unabhängig (vergleiche auch Geschichte des Südsudan)

2003 brach ein weiterer Konfliktherd aus, diesmal im Westen des Sudan, in der Region Darfur. Rebellengruppen verlangen mehr Mitbestimmung bei der Regierung. Der Darfur-Konflikt hält bis heute an. Viele Menschen sind aus der Region geflohen.

1983 wurde die Scharia, das islamische Recht, eingeführt. Von 1993 bis 2019  war Umar al-Baschir Präsident des Sudan. Er regierte islamisch-fundamentalistisch und ihm werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Im April 2019 kam es im Sudan zu einem Militätputsch und der Staatspräsident, der ja über viele Jahre sehr autoritär geherrscht hat, wurde abgesetzt. Es kam zu einem heftigen Machtkampf zwischen dem Militär und der Opposition im Sudan. Viele Kritiker und Oppositionelle wurden getötet. So herrschte zunächste größte Unsicherheit, wer denn die Regierung übernehmen könnte. Am Ende einigte man sich auf einen so genannten "Souveränen Rat", der drei Jahre regieren soll, dann sind wieder Wahlen angesetzt.

 

 

letzte Aktualisierung am 04.11.2020