Simbabwes Flagge Simbabwe

Wie entwickelte sich die Wirtschaft in Simbabwe?

Vor allem Mais wurde in Simbabwe angebaut. [ © Quelle: pixabay.com ]
Mais

1980 wurde das ehemalige Rhodesien als Simbabwe unabhängig und die Wirtschaft entwickelte sich zu Beginn der Unabhängigkeit sehr gut. Vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Bergbau und Tourismus wuchsen die Zahlen. Auf Simbabwes fruchtbaren Böden gedeihen Mais, Soja und Tabak, ebenso Baumwolle und Erdnüsse.

Doch als es im Jahr 2000 zu einer Landreform kam und den meist weißen Farmern das Land weggenommen wurde, um es an die einheimische Bevölkerung zu übergeben, kam vor allem die Landwirtschaft in große Schwierigkeiten. So lagen die Felder brach und die Bauern ernteten immer weniger. Die Idee, der Bevölkerung Simbabwes ihr eigenes Land zu geben, war gut gemeint. So plante die Regierung die negativen Folgen des Kolonialismus zu beseitigen und auch das Land gerechter zu verteilen, doch am Ende hatte fast keiner etwas davon.

Von der "Kornkammer Afrikas" zu einem armen Land

Tabak ist leider nicht essbar. In Simbabwe wurden immer weitere Flächen für den Tabakanbau genutzt. [ © Quelle: pixabay.com ]
Tabakanbau, Simbabwe

Die neuen Farmer besaßen nicht das Wissen der alten Farmer, die jahrelang das Land erfolgreich bestellt hatten. So entwickelte sich aus der "ehemaligen Kornkammer Afrikas", wie Simbabwe auch genannt wurde, ein Land, das Lebensmittel einführen musste, damit seine Bevölkerung überleben konnte. Versorgte Simbabwe zuvor sich selbst und auch die angrenzenden Nachbarländer, so musste das Land jetzt hunderttausende Tonnen von Nahrungsmittel einführen, damit die Bevölkerung überleben konnte.

Viele der neuen Farmer konzentrierten sich in erster Linie auf den Tabakanbau, da dieser sehr ertragreich war. Doch Tabak kann man nun mal nicht essen und so wurde mehr Tabak und dafür weniger Nahrung produziert. Auch im Bergbau gab es große Rückschritte, obwohl das Land eine ganze Menge Bodenschätze besitzt.

Viele Farmer kämpfen in Simbabwe ums Überleben. [ © Swathi Sridharan (ICRISAT) / CC BY-SA 2.0 ]
Farmer in Simbabwe

Abwanderung

Fast drei Viertel der Menschen leben in Simbabwe unterhalb der Armutsgrenze. Viele Bewohner wollen ins Ausland gehen, um dort Arbeit zu finden. Viele ehemalige Farmarbeiter hatten durch die Enteignung der weißen Farmer ihren Arbeitsplatz verloren. Nur ein Teil konnte selbst die Farmen übernehmen. Viele Simbabwer sind mittlerweile nach Südafrika oder auch in andere Staaten ausgewandert. Die Arbeitslosenrate liegt in Simbabwe sehr hoch. Die wirtschaftliche Situation verschlechterte sich weiter.

Änderung der Währung

Der Simbabwe-Dollar wurde 2015 abgeschafft.[ © Reserve Bank of Zimbabwe / FAL ]
Simbabwe-Dollar von 2009

Eine gewisse Erholung trat erst dann ein, als man 2009 die Landeswährung - den Simbabwe-Dollar - in US-Dollar, den südafrikanischen Rand und englische Pfund tauschte und damit auch zahlte. Dadurch kam die Wirtschaft wieder etwas in Schwung. 2015 schaffte man den Simbabwe-Dollar ganz ab.

Doch leider hatten nur die großen Unternehmen etwas vom Geldtausch. Die kleineren kämpfen weiter ums Überleben und aufgrund der unsicheren Situation will auch keiner in Simbabwe Geld investieren. Man weiß ja nicht genau, wie sich die Politik entwickelt und so bleiben die Simbabwer mit ihren Problemen allein. Viele Banken des Landes können Unternehmen kein Geld leihen, weil sie selbst keines haben.

In Simbabwe werden zwar Minen erschlossen, aber die Bodenschätze kommen nicht der Bevölkerung zu Gute.[ © Kevin Walsh / CC BY 2.0 ]
Minen, Simbabwe

Warum interessiert sich China für Simbabwe?

Mittlerweile hat China großes Interesse an Simbabwe. Warum das? Simbabwe verfügt über die zweitgrößten Platinvorkommen der Welt. Auch für Tabak ist China ein wichtiges Abnehmerland. Im Gegenzug versorgt China Simbabwe mit Maschinen für die Landwirtschaft, mit Waffen und vergibt auch Kredite.

letzte Aktualisierung am 15.05.2020