Namibias Flagge Namibia

Township

In der Zeit des südafrikanischen Mandats über Namibia setzte sich auch die Apartheidspolitik des Nachbarstaates durch. In den 1950er Jahren entstanden Wohnsiedlungen wurde die schwarze Bevölkerung in den äußeren Stadtbezirken der Großstädte angesiedelt. Das sind die Townships. Die Kolonialherren sicherten sich die guten Wohnviertel innerhalb der Städte. Auch wenn es heute keine Apartheid mehr offiziell gibt, sind die Spuren dieser langen Zeit sichtbar. Auch heute spielt sich hier der Alltag vieler Menschen ab. In der Hauptstadt Windhoek heißt dieses Gebiet Katutura. Das bedeutet "der Ort, an dem wir nicht leben möchten".

Wohlstand und Armut

Wer als Tourist nach Namibia reist, kann hier in großem Luxus leben. [ © GocheGanas / CC BY-SA 3.0 ]
Luxus, Namibia

Namibia ist ein wunderschönes Land mit einer beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt, das viele Touristen anzieht. Doch das ist nur die eine Seite. Abseits der Touristen zeigt sich oft die Armut des Landes. Das Leben in den Townships, in denen meist die arme schwarze Bevölkerung lebt, ist nicht das, was die Touristen auf Fotosafari zu sehen bekommen. Aber das ist genauso die Wirklichkeit dieses afrikanischen Landes.

Die Ursachen für diese Wohnsiedlungen der Schwarzen liegen in der Geschichte Namibias. Mittlerweile hat man die Situation vieler Menschen hier immerhin verbessert. Sie leben zwar immer noch in Armut, es wurden allerdings Schulen gebaut, eine Wasserversorgung eingerichtet und vieles mehr.

Diese Kinder können mittlerweile einen Kindergarten in Katutura in Windhoek besuchen. [ © Wewoewi / gemeinfrei ]
Kindergarten, Katutura

Ungleichheit in Namibia

Der Wohlstand ist in Namibia sehr ungleich verteilt, ungleicher als anderswo. So leben Kinder in Namibia auch sehr unterschiedlich. Kinder wohlhabender Eltern besuchen gute Schulen und erhalten auch eine gute Ausbildung. Die Kinder der armen Namibier haben sehr viel schlechtere Chancen, später ein gutes Leben zu führen.

Die Armut wird oft von Generation zu Generation weitergegeben. Auch bestehen große Unterschiede zwischen der Hauptstadt Windhoek und den Regionen im Norden des Landes. Hier geht es den Menschen sehr viel schlechter als in der Hauptstadt. Doch bräuchte das Land dringend viele gut ausgebildete Menschen, die es weiter voranbringen könnten. 

Freundlichkeit und Skepsis

Trotz aller Gastfreundschaft begegnet man in Namibia Fremden gegenüber mit einer gewissen Skepsis. [ © Aaron Goodman / CC BY-ND 2.0 ]
Frauen, Namibia

Viele Afrikaner sind Menschen aus fremden Ländern gegenüber sehr aufgeschlossen. Man begegnet Besuchern meist mit großer Gastfreundlichkeit und nimmt sie herzlich auf. Doch in Namibia stellen viele immer wieder eine Zurückhaltung fest, die sie sonst in Afrika nicht gewohnt sind. Das liegt an den vielen schlechten Erfahrungen, die die einheimische Bevölkerung vor allem mit den weißen "Besuchern" gemacht hat.

Denn diese haben sie unterdrückt, ausgebeutet, geschlagen und oft sogar getötet. Dadurch sicherte eine weiße Minderheit ihre Macht über die schwarze Bevölkerungsmehrheit. Und trotz der seit 1990 bestehenden Unabhängigkeit des Landes und der gleichen Rechtssituationen behandeln viele weiße Farmer ihre schwarzen Arbeiter immer noch wie Sklaven. Die Folgen der langjährigen Apartheidspolitik sind auch heute noch spürbar.

letzte Aktualisierung am 07.01.2021