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Das Schulsystem im Kosovo

Bevor Kinder im Kosovo zur Schule kommen, können sie eine Kindertagesstätte oder einen Kindergarten besuchen. Mit fünf Jahren gibt es eine Vorschulstufe, die auf den Schulbeginn vorbereitet.

Die Schulpflicht beginnt mit sechs Jahren und dauert insgesamt neun Jahre. Die ersten fünf Jahre besuchen die Kinder die Grundschule, die shkolla fillore. Danach folgen vier Jahre an der unteren Sekundarschule. Der Schulbesuch an öffentlichen Schulen ist kostenlos.

Nach der neunten Klasse können Jugendliche eine weiterführende Schule besuchen. Dazu gehören Gymnasien und Berufsschulen. Sie bereiten entweder auf ein Studium oder auf einen Beruf vor.

Im Kosovo leben verschiedene Bevölkerungsgruppen. Deshalb wird der Unterricht je nach Schule und Region in unterschiedlichen Sprachen angeboten. Dazu gehören vor allem Albanisch und Serbisch, aber auch Bosnisch und Türkisch. An einzelnen Schulen spielt auch Kroatisch eine Rolle.

Bildung ist nicht für alle gleich im Kosovo

Das Bildungssystem im Kosovo hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Trotzdem gibt es noch große Probleme.

Bei der neuesten PISA-Studie 2025 schnitten die 15-jährigen Schülerinnen und Schüler im Kosovo erneut deutlich schlechter ab als der Durchschnitt der OECD-Länder. Nur etwa 21 von 100 erreichten in Naturwissenschaften mindestens das grundlegende Leistungsniveau. In Mathematik waren es rund 15 von 100, im Lesen etwa 16 von 100. Im Vergleich zu früheren PISA-Studien haben sich die Ergebnisse damit kaum verbessert.

Auch fehlende Lehrkräfte und eine nicht überall ausreichende Ausstattung erschweren den Unterricht.

Besonders schwierig ist die Situation für Kinder aus Roma-, Ashkali- und ägyptischen Familien. Zwar besuchen die meisten Kinder im Kosovo eine Schule, doch bei diesen Minderheiten brechen deutlich mehr Jugendliche ihre Schullaufbahn frühzeitig ab. 2025 besuchten noch 83 von 100 Kindern dieser Gruppen die Grundschule, aber nur 27 von 100 die obere Sekundarstufe.

Auch die Sprache kann eine Hürde sein. Unterricht gibt es je nach Schule auf Albanisch, Serbisch, Bosnisch oder Türkisch. Für kleinere Minderheiten stehen jedoch nicht immer genügend Schulbücher, Unterrichtsmaterialien oder Angebote in der eigenen Sprache zur Verfügung.

Ein besonderes Problem ist, dass kosovo-albanische und kosovo-serbische Kinder häufig in getrennten Schulsystemen lernen. Viele serbischsprachige Schulen arbeiten nach dem Lehrplan Serbiens, während die meisten anderen Schulen dem Lehrplan des Kosovo folgen. Kontakte zwischen den Schülerinnen und Schülern beider Systeme sind deshalb oft begrenzt. Bis heute gibt es dafür keine vollständig gemeinsame Lösung.

Kosovo Schule: Abschlüsse

Viele junge Menschen im Kosovo besuchen nach der Schule eine Universität. Doch ein Hochschulabschluss führt nicht automatisch zu einem Arbeitsplatz. Manche Absolventinnen und Absolventen finden nur schwer eine Stelle, die zu ihrer Ausbildung passt.

Gleichzeitig suchen viele Unternehmen Menschen mit praktischen und beruflichen Fähigkeiten, zum Beispiel im Handwerk, in technischen Berufen oder im Gastgewerbe. Fachkräfte fehlen also teilweise genau dort, wo Arbeitsplätze vorhanden wären.

Deshalb versucht der Kosovo, die Berufsausbildung stärker an die Bedürfnisse der Unternehmen anzupassen. Jugendliche sollen in der Ausbildung mehr praktische Erfahrungen sammeln und Fähigkeiten lernen, die später auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden.

letzte Aktualisierung am 21.09.2026