Malaysias Flagge Malaysia

Was ist was?

Hidschab, Burka, Tschador, Takke? Es gibt im Islam verschiedene Kleiderarten. Manche Muslime tragen auch einfach gar nichts davon. Hier erfährst du die jeweiligen Bezeichnungen. Auf den unteren Bildern siehst du ein paar Beispiele, wie das jeweilige Kleidungsstück ausschaut.

Malaya, Malaysia, malaiisch – was ist der Unterschied?

Vielleicht hast du schon einmal die Begriffe „Malaya“, „Malaysia“, „malaiisch“ oder „malaysisch“ gehört – und dich gefragt, was sie bedeuten. Hier kommt die Erklärung:

Früher, zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft, nannten die Engländer die Region auf der Malaiischen Halbinsel „Malaya“. Der Begriff wurde vor allem für das Gebiet verwendet, das heute den Westteil von Malaysia bildet. Auch heute hört man das Wort „Malaya“ manchmal noch, wenn von früher die Rede ist.

Der heutige Staat heißt Malaysia – und das seit dem Jahr 1963. Damals schlossen sich mehrere Regionen zusammen: Malaya, Sabah, Sarawak und kurzzeitig auch Singapur (das später ein eigener Staat wurde). Seitdem heißt das Land Malaysia.

Ein Malaysier oder eine Malaysierin ist jemand, der die Staatsbürgerschaft Malaysias besitzt. Das kann ein Malaie, Chinese, Inder oder jemand anderer Herkunft sein – denn Malaysia ist ein vielvölkerstaat.

Der Begriff malaiisch bezieht sich auf die Sprache oder die ethnische Gruppe der Malaien, also Menschen mit malaiischer Herkunft.

Malaysisch sagt man manchmal auch für die Sprache – korrekt heißt es aber Malaiisch (Malay).

Wusstest du?

Malaysia ist ein Vielvölkerstaat mit verschiedenen Religionen und Kulturen. Auch wenn der Islam viel bestimmt, gibt es Religionsfreiheit für andere Gruppen – aber mit einigen Einschränkungen. Wer Muslim ist, muss sich in bestimmten Dingen an islamisches Recht halten, das in Teilen des Landes gilt.

Welche Rolle spielt der Islam in Malaysia?

In Malaysia ist der Islam die Staatsreligion. Das bedeutet: Der Staat erkennt den Islam offiziell an und richtet sich bei vielen Regeln danach.

Alle Malaien, also Menschen malaiischer Herkunft, die in Malaysia geboren werden, gelten automatisch als Muslime oder Musliminnen. Sie dürfen zum Beispiel ihre Religion nicht einfach wechseln – das ist gesetzlich nicht erlaubt.

Trotzdem ist Malaysia ein multireligiöses Land. Es leben auch viele Hindus, Buddhisten, Christen, Sikhs und Anhänger anderer Religionen dort – vor allem unter der chinesischen und indischen Bevölkerung.

Im Alltag merkt man in vielen Bereichen, dass der Islam eine große Rolle spielt:
– Es gibt Halal-Essen in Kantinen,
Freitags ist in manchen Bundesstaaten schulfrei,
– Viele Frauen tragen ein Kopftuch,
– und auch in der Politik haben islamische Werte Einfluss.

Es gibt in Malaysia Diskussionen darüber, wie religiös der Staat sein soll oder wie offen man gegenüber westlichen Einflüssen sein möchte – aber solche Debatten finden oft eher leise und nicht in der Öffentlichkeit statt.

Muslime in Malaysia

Feiern im Vielvölkerstaat Malaysia

Malaysia ist ein Vielvölkerstaat. Das bedeutet: Im Land leben Menschen aus verschiedenen Völkern, Kulturen und Religionen zusammen – zum Beispiel Malaien, Chinesen, Inder und indigene Gruppen (wie die Orang Asli in Westmalaysia oder die Dayak in Borneo).

Jede Gruppe hat ihre eigenen Traditionen, Feste und Feiertage. Oft leben diese Kulturen nicht völlig miteinander vermischt, sondern eher nebeneinander. Trotzdem respektieren sich die Menschen meist und feiern manche Feste auch gemeinsam.

Viele Religionen – viele Feste

Weil Malaysia so viele Religionen hat, gibt es auch besonders viele Feiertage im Kalender. Hier einige wichtige Neujahrsfeste, die zu verschiedenen Zeiten gefeiert werden:

FestWer feiert?Wann?
Neujahr (1. Januar)Christen und viele andere Malaysier1. Januar
Chinesisches NeujahrChinesische BevölkerungJanuar oder Februar (je nach Mondkalender)
Hari Raya PuasaMuslimeEnde des Fastenmonats Ramadan
DeepavaliHindus, meist indische MalaysierOktober oder November
Gawai und KaamatanIndigene Gruppen in BorneoMai und Juni (nach der Ernte)

Wusstest du?

Malaysia hat viele Regeln zum Schutz der Menschenrechte unterschrieben, zum Beispiel bei den Vereinten Nationen (UN). Doch manche davon werden noch nicht ganz umgesetzt – vor allem beim Recht auf freie Meinung, bei Frauenrechten und beim Schutz von Minderheiten.

Menschenrechte in Malaysia

In Malaysia gibt es viele moderne Dinge – große Städte, gute Straßen, moderne Technik und Schulen. Doch beim Thema Menschenrechte ist noch nicht alles so frei wie in vielen anderen Ländern.

Darf man sagen, was man denkt?

In Malaysia gilt zwar das Recht auf freie Meinungsäußerung, aber nur eingeschränkt. Das heißt:
– Man darf nicht alles sagen oder schreiben,
– Kritik an der Regierung, am König oder an religiösen Themen kann Ärger bringen,
– auch in den sozialen Medien muss man sehr vorsichtig sein.

Es gibt Gesetze, die solche Äußerungen verbieten – zum Beispiel, um "Unruhe" oder "Beleidigung" zu vermeiden. Doch viele Menschen finden, dass diese Regeln zu streng sind und fordern mehr Freiheit, vor allem für Journalisten, Aktivisten und Künstler.

Was tun die Menschen?

Trotz dieser Einschränkungen gibt es in Malaysia viele Menschenrechtsgruppen und junge Leute, die sich für mehr Rechte einsetzen. Sie wollen:
freier reden dürfen,
offene Diskussionen führen,
– und dass niemand bestraft wird, nur weil er seine Meinung sagt.

Die Regierung hat versprochen, über einige Reformen nachzudenken, aber viele Menschen hoffen, dass sich noch mehr ändert.

letzte Aktualisierung am 30.01.2026