Lesotho
Armut und Aids
Lesotho hat eine der höchsten HIV/AIDS-Infektionsraten weltweit. Etwa jeder vierte Erwachsene (zwischen 15 und 49 Jahren) lebt mit dem HI-Virus. Es gibt mehr als 100.000 Kinder, die ihre Eltern verloren haben, davon ein großer Teil durch AIDS-bedingte Todesfälle. Bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 2,3 Millionen Menschen ist das eine sehr hohe Zahl. Außerdem lebt etwa die Hälfte aller Kinder in Lesotho in Armut.
Wohnen in Lehmhütten
Viele Kinder wohnen in Lehmhütten. Wenn die Eltern gestorben sind, müssen oft die älteren Geschwister die Verantwortung übernehmen. Meist sind sie selbst noch Kinder oder Heranwachsende. Meist haben sie nur ein paar Töpfe, ein Behältnis für Wasser und vielleicht auch noch ein Möbelstück. Schränke gibt es keine. Die Kleider werden in Kisten aufbewahrt.
Dann bleibt vielen Kindern nur noch das Betteln. Gegenseitige Unterstützung durch andere Familien ist schwierig, weil die meist genauso arm sind. Sie haben keine Arbeit, kein Geld und kein Essen. Deshalb sind viele Kinder in Lesotho unterernährt.
Kinder spielen auch in Lesotho gerne
Auch Kinder in Afrika spielen gerne. So ist es natürlich auch in Lesotho. Sie haben hier aber weder Plastikspielzeug noch elektronische Geräte, sondern behelfen sich mit dem, was sie in der Natur finden. Und Sand und Steine gibt es in Lesotho eine ganze Menge. Ein beliebtes Spiel der Kinder in Lesotho heißt Dithwai. Acht Kinder können bei diesem Spiel mitmachen. Wie dieses Spiel gespielt wird, erfährst du in unseren Mitmachtipps.
Kinder in Lesotho spielen auch gerne Fußball. Doch ein Fußball kostet eine Menge Geld, so hilft man sich auch anders aus und bastelt Bälle aus allem möglichen Materialien.
Armut und Kinderarbeit
In Lesotho leben viele Kinder in Armut und leiden unter mehreren Entbehrungen. Fast die Hälfte aller Kinder gelten als multidimensional arm — das heißt, sie haben gleichzeitig Nachteile bei Ernährung, Gesundheit, Wasser, Unterkunft oder Bildung. Viele Kinder sind unterernährt, vor allem im Kleinkindalter. Etwa 36 von 100 Kindern unter fünf Jahren haben Wachstumsverzögerungen durch unzureichende Ernährung.
Zudem arbeiten viele Kinder. Laut Analysen der Vereinten Nationen sind müssen aktuell ein Viertel der Kinder im Alter von 5–14 Jahren arbeiten, vor allem in der Landwirtschaft und im Haushalt. Oft werden Familien durch Armut und Krankheiten belastet, sodass sie auf die Arbeitskraft ihrer Kinder angewiesen sind. Das hat zur Folge, dass viele Kinder früh aufhören zu lernen, zu arbeiten beginnen oder nicht ausreichend versorgt werden.



