Nicaraguas Flagge Nicaragua

Wie ist die Schule denn in Nicaragua?

Nicht alle Kinder besuchen die Schule - dieses Mädchen freut sich, dass sie lernen darf.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Mädchen in einer Schule in Nicaragua
Schulkinder spielen in San Francisco in der Gemeinde Nindiri in ihren Schuluniformen zwischen den Häusern und Hütten in ihrem Dorf.[ © picture alliance / ZB. Jens Kalaene ]
Diese Schule steht in der Stadt Estelí.[ © Wiki Yukito 2015 / CC BY-SA 4.0 ]
Schule im Ort Estelí
In ländlichen Gebieten ist die Zahl der Schüler geringer als in der Stadt.[ © FMSC - Keely Joy Photography, Inc / CC BY-2.0 ]
Kindergruppe in Nicaragua

In Nicaragua besteht Schulpflicht für die Grundschulzeit. Der Besuch von staatlichen Grundschulen ist kostenlos. Die Grundschule (Primaria) umfasst sechs Klassen. Dabei werden die ersten vier Schuljahre zu einem Zyklus zusammengefasst und ebenso die 5. und 6. Klasse.

Nicht alle gehen in die Schule

3 Prozent der Kinder werden aber gar nicht eingeschult. 30 Prozent der Kinder brechen den Besuch der Grundschule ab. Das hat verschiedene Gründe. Manchmal können die Eltern die Schulbücher oder -hefte nicht bezahlen. In ländlichen Gebieten gibt es nicht genügend Schulen, so dass der Schulweg sehr weit ist. Viele Kinder müssen ihren Eltern bei der Arbeit helfen. Andere leben auf der Straße.

Nur 45 Prozent der Jungen und 53 Prozent der Mädchen eines Jahrgangs besuchen eine weiterführende Schule (Secundaria). Nach drei Jahren erhält man den mittleren Abschluss, mit dem man eine Reihe von staatlich anerkannten Ausbildungen beginnen kann. Wer fünf Jahre bleibt, kann die Schule mit dem Bachillerato, dem Abitur, abschließen und eine Universität besuchen. Anders als bei uns hat man das Abitur dann also schon nach elf Schuljahren. Auch sind die Abiturienten meist nur schlecht auf ein Studium vorbereitet, viele bestehen die Aufnahmeprüfungen an den Unis nicht.

Noten gibt es in Prozent

Noten werden in Nicaragua in Prozent vergeben. Die beste Note sind dann 100 Prozent. 60 Prozent muss man erreichen, um zu bestehen. Der Unterricht erfolgt auf Spanisch. An der Karibikküste wird aber auch in der Sprache der Miskito unterrichtet. Das Schuljahr beginnt im Februar und endet im November. Schuluniformen wurden 2007 offiziell abgeschafft. Fächer in der Grundschule sind Spanisch, Mathe, Geschichte, Erdkunde, Naturwissenschaften und Sport.

Große Klassen, wenig Lehrer

Große Klassen mit manchmal 40 bis 50 Schülern in der Grundschule und bis zu 60 in der Secundaria sind ein großes Problem, denn so lässt sich natürlich nicht besonders gut lernen. Oft ist zudem die Qualität des Unterrichts schlecht. Lehrer sind oft nicht gut ausgebildet und sie erhalten ein sehr geringes Gehalt. Das hält wiederum junge Leute davon ab, selbst Lehrer werden zu wollen. So gibt es dann wieder zu wenig Lehrer. Oft mangelt es zudem an Schulmaterialien. Wer es sich leisten kann, schickt sein Kinder darum auf eine Privatschule, für die hohe Gebühren verlangt werden.

22 Prozent der Erwachsenen in Nicaragua können nicht lesen. Das ist sehr viel, auch im Vergleich mit den anderen lateinamerikanischen Ländern. Unter den jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren beträgt die Zahl an Analphabeten immerhin auch 15 Prozent bei den Jungen und 11 Prozent bei den Mädchen. Auch das ist noch viel zu viel. Hier ist der Abstand zu den Nachbarländern sogar besonders groß.

letzte Aktualisierung am 20.04.2020