Laos
Bildung in Laos
In Laos gibt es noch viele Analphabeten. Die sogenannte Alphabetisierungsrate liegt in Laos bei 75 bis 85 Prozent, das heißt nur 75 bis 85 von 100 Menschen vermögen zu lesen und zu schreiben. Der Rest kann es nicht. Es können dabei mehr Männer als Frauen lesen und schreiben. Das liegt daran, dass Mädchen in Laos weniger häufig zur Schule gehen als Jungen. Allerdings beziehen sich diese Zahlen auf die Gesamtbevölkerung. Bei den jüngeren Menschen zwischen 15 und 40 Jahren können einige mehr schreiben und lesen.
Die Unterschiede zwischen Leuten in der Stadt und Laoten, die in Bergen oder im Tiefland des Landes leben, sind sehr groß. In den Bergregionen leben die Menschen oft sehr abgeschottet und haben nur wenige Kontakte nach außen. Es gibt fast keine Schulen, keine Krankenhäuser und die Ernährung ist oft schlecht. Hier führen viele Laoten oft ein Leben wie vor 100 Jahren.
Das Schulsystem in Laos
Da das Land über viele Jahre durch den Krieg zerstört wurde, litten auch die Kinder, denn es gab kein Schulsystem im Land. Mittlerweile hat sich das gebessert und 83 von 100 Kindern gehen in eine Schule.
Übersicht des Schulsystems:
- Grundschule: 5 Jahre
- Sekundarstufe unten: 4 Jahre
- Sekundarstufe oben: 3 Jahre
Das entspricht insgesamt rund 12 Schuljahren, wenn man weiterführende Schule besucht. Doch solche weiterführenden Schulen gibt es noch viel zu wenige in Laos. Die Regierung arbeitet daran, zumindest eine allgemeine Grundschulbildung für Kinder durchzusetzen. Es gibt auch eine Schulpflicht und ein großer Teil der Kinder wird eingeschult. Viele Kinder bleiben aber nicht so lange in der Schule. Dies betrifft vor allem Mädchen und Kinder, die auf dem Land leben und gar nicht die Schulwege bewältigen können.
Schlechte Ausstattung an Schulen
Die offizielle Schulpflicht beträgt immerhin acht Jahre. Die Schulen auf dem Land sind oft schlecht ausgestattet. Es fehlen die Schulbücher und Lehrer gibt es gar nicht oder sie sind schlecht ausgebildet. Manchmal fehlen die einfachsten Dinge wie Stifte oder Schulhefte. Oft gibt es keine Toiletten und auch kein Trinkwasser. Viele Kinder besuchen gar keine Schule, doch ein Drittel beendet zumindest die fünfjährige Grundschule.
Warum gehen manche Kinder nicht weiter zur Schule?
Auch heute stoppen viele Kinder ihre Schulbildung, weil:
- ihre Familien sie zu Hause brauchen oder sie beim Arbeiten helfen müssen,
- die Schule zu weit weg ist,
- sie die Hauptsprache Laotisch nicht gut sprechen (vor allem in Bergdörfern),
- sie in der weiterführenden Schule nicht genug Unterstützung erhalten.
Zur Schule gehen in Laos
Benachteiligung der Mädchen
In Laos besuchen Mädchen heute häufiger die Schule als früher, und es gibt kaum noch große Unterschiede bei der Einschulung in der Primarschule. Zumindest schreibt das Kinderhilfswerk UNICEF, dass es große Fortschritte bei der Schulbesuchsraten von Mädchen gegeben hat. Trotzdem bleiben tief verwurzelte Ungleichheiten bestehen. Mädchen werden oft zu Hause mehr im Haushalt eingesetzt und tragen Verantwortungen, die Jungen nicht in gleichem Maß haben. Das kann ihren Schulbesuch und ihre Ausbildung beeinträchtigen.
Auch ist in Laos die Kinderehe ein echtes Problem: Viele Mädchen heiraten vor ihrem 18. Geburtstag, obwohl gesetzlich erst mit 18 Jahren geheiratet werden darf. Laut UNICEF‑Partnern heiratet etwa ein Drittel aller Mädchen vor 18 Jahren, was oft dazu führt, dass sie die Schule abbrechen. Die Ursachen dafür liegen in der Armut, in Traditionen und mangelnden Ausbildungsmöglichkeiten. Frühe Schwangerschaften verstärken dieses Problem zusätzlich, weil viele Mädchen dadurch keine Schule mehr besuchen.
Zusammenfassend lässt sich zur Situation von Mädchen in Laos sagen: Beim Besuch der Grundschule lässt sich im Vergleich zu früher ein Fortschritt erkennen, bei den weiterführenden Schulen ist die Lage schlechter.

