Liechtensteins Flagge Liechtenstein - Schule

Wie gehen Kinder in Liechtenstein zur Schule?

In Liechtenstein können Kinder ab vier Jahren den Kindergarten besuchen. Fast alle Kinder gehen dort zwei Jahre hin. Der Besuch ist kostenlos. Im Kindergarten lernen die Kinder spielerisch und werden auf die Schule vorbereitet. Dazu gehören zum Beispiel Sprache, erste Mathematik, Bewegung, Musik und kreatives Gestalten. Für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, ist das zweite Kindergartenjahr verpflichtend.

Mit etwa sechs Jahren beginnt die Primarschule, die der deutschen Grundschule ähnlich ist. Sie dauert fünf Jahre und ist für alle Kinder kostenlos. Unterrichtet werden unter anderem Deutsch, Mathematik, Englisch, Natur-Mensch-Gesellschaft, Kunst, Musik, Sport und Gestalten. Englisch ist die erste Fremdsprache.

Ausbildung nach der Schule

Viele Jugendliche in Liechtenstein entscheiden sich nach der Pflichtschule für eine Lehre. Dabei lernen sie einen Beruf direkt in einem Betrieb und besuchen zusätzlich eine Berufsschule. Dieses System nennt man duale Berufsausbildung.

Die Berufsausbildung spielt in Liechtenstein eine wichtige Rolle und ähnelt stark dem System in der Schweiz. Jugendliche können dabei aus vielen verschiedenen Berufen wählen – zum Beispiel in Handwerk, Industrie, Technik, Handel oder Dienstleistungen.

Was kommt nach der Primarschule?

Nach der fünften Klasse wechseln die Kinder auf eine weiterführende Schule. In Liechtenstein gibt es drei Möglichkeiten: Oberschule, Realschule oder Gymnasium. Die Sekundarstufe dauert zunächst vier Jahre, also von der 6. bis zur 9. Klasse. Ein Wechsel zwischen den Schularten ist unter bestimmten Voraussetzungen auch später noch möglich.

Etwa 25 von 100 Kindern besuchen die Oberschule. Dort werden sie besonders auf das Berufsleben und eine spätere Berufsausbildung vorbereitet.

Rund 50 von 100 Kindern gehen auf die Realschule. Auch sie dauert vier Jahre. Die Realschule bereitet auf anspruchsvollere Berufsausbildungen vor, ermöglicht aber auch den späteren Wechsel auf das Gymnasium oder andere weiterführende Schulen. Dort lernen die Kinder unter anderem Deutsch, Englisch und Französisch, Mathematik, Natur und Technik sowie Medien und Informatik.

Nur ein Gymnasium

In Liechtenstein gibt es tatsächlich nur ein Gymnasium, das Liechtensteinische Gymnasium. Wer direkt nach der Primarschule dorthin wechselt, besucht es sieben Jahre bis zur Matura. Die Matura entspricht ungefähr dem deutschen Abitur und berechtigt zum Studium an einer Hochschule. Auch Schülerinnen und Schüler der Realschule können später noch auf das Gymnasium wechseln.

Ein freiwilliges zehntes Schuljahr

Nach der neunten Klasse können Jugendliche außerdem ein freiwilliges 10. Schuljahr besuchen. Es hilft ihnen dabei, sich auf eine Berufsausbildung oder eine weiterführende Schule vorzubereiten. Je nach gewähltem Schwerpunkt können sie ihre schulischen Kenntnisse verbessern, Sprachen vertiefen oder sich stärker mit Wirtschaft und Technik beschäftigen.

letzte Aktualisierung am 24.09.2026