Liechtensteins Flagge Liechtenstein - Geldgeschäfte

Was ist eine Steueroase?

Eine Steueroase ist ein Land oder Gebiet, in dem Menschen und Firmen viel weniger Steuern zahlen müssen als in anderen Ländern. Deshalb bringen manche ihr Geld dorthin, um möglichst wenig abgeben zu müssen. Für die Länder, in denen diese Menschen eigentlich leben oder arbeiten, ist das oft ein Problem, weil dort dadurch Geld fehlt – zum Beispiel für Schulen, Straßen oder Krankenhäuser. Steueroasen wirken also verlockend für diejenigen, die sparen wollen, sind aber oft unfair gegenüber allen, die ihre Steuern ganz normal zahlen.

Geldgeschäfte in Liechtenstein

Liechtenstein ist seit vielen Jahren ein wichtiger Finanzplatz. Banken, Versicherungen und andere Finanzunternehmen verwalten dort große Vermögen. 2025 gab es in Liechtenstein elf Banken.

Früher wurde Liechtenstein häufig als Steueroase bezeichnet. Niedrige Steuern und ein strenges Bankgeheimnis machten das Land für Menschen und Unternehmen attraktiv, die ihr Geld dort anlegen wollten. Dabei wurde Liechtenstein auch dafür kritisiert, dass ausländische Behörden nur schwer Informationen über Konten und Vermögen erhalten konnten.

Heute gelten deutlich strengere Regeln. Liechtenstein tauscht mit vielen Staaten automatisch Informationen über Finanzkonten aus und arbeitet bei Steuerfragen mit der Europäischen Union und der OECD zusammen. Auch gegen Geldwäsche und andere unerlaubte Geldgeschäfte müssen Banken und Finanzunternehmen stärker vorgehen.

Deshalb lässt sich Liechtenstein heute nicht mehr einfach als klassische Steueroase bezeichnen. Der Finanzplatz bleibt für die Wirtschaft des Landes aber sehr wichtig. Liechtenstein wird trotzdem weiterhin von vermögenden Menschen genutzt, um Geld und Besitz langfristig zu verwalten und rechtlich abzusichern. Dafür gibt es zum Beispiel Stiftungen und Trusts. Solche Möglichkeiten sind nicht automatisch illegal. Problematisch wird es erst, wenn Vermögen versteckt wird, um Steuern zu umgehen, Geldwäsche zu betreiben oder berechtigte Ansprüche anderer zu umgehen. Auch das gibt es, dies ist dann aber kriminell. 

Was ist eine Briefkastenfirma?

Eine Briefkastenfirma ist ein Unternehmen, das zwar offiziell in einem Land angemeldet ist, dort aber kaum eigene Geschäftsräume, Beschäftigte oder wirtschaftliche Tätigkeit hat. Oft gibt es dort vor allem eine Adresse, unter der die Firma registriert ist.

Solche Firmen sind nicht automatisch verboten. Sie können zum Beispiel für internationale Geschäfte oder zur Verwaltung von Vermögen genutzt werden. Problematisch wird es, wenn sie dazu dienen, Steuern zu hinterziehen, Geldwäsche zu betreiben oder zu verschleiern, wem ein Unternehmen oder Vermögen wirklich gehört.

Auch Liechtenstein war früher für viele solche Firmen, Stiftungen und Treuhandgesellschaften bekannt. Heute gelten deutlich strengere Regeln. Unternehmen und andere Rechtsträger müssen Angaben über ihre wirtschaftlich berechtigten Personen machen, damit Behörden besser nachvollziehen können, wem sie tatsächlich gehören.

letzte Aktualisierung am 22.09.2026