Mongolei
Bildung in der Mongolei
Bildung ist den Mongolen wichtig. Sie wollen, dass ihre Kinder etwas lernen, und das ganz unabhängig davon, ob sie auf dem Land oder in der Stadt wohnen. Deshalb können in einem Land, in dem viele Menschen noch von Ort zu Ort ziehen, die meisten lesen und schreiben. 98 von 100 Mongolen können das.
Schule in der Mongolei
In der Mongolei gibt es eine lange Bildungstradition, und heute gilt eine Schulpflicht. Jedes Kind muss ab etwa sechs Jahren zur Schule gehen. Die Schulzeit dauert insgesamt zwölf Jahre (Stand 2025).
Welche Schule ein Kind besucht, hängt oft davon ab, wo es lebt – zum Beispiel in einer Stadt wie Ulaanbaatar oder auf dem Land in einer Jurten-Siedlung. Besonders auf dem Land kann es sein, dass Kinder in ein Internat gehen müssen, weil der Schulweg zu weit wäre.
Das mongolische Schulsystem ist in drei Teile aufgeteilt:
| Stufe | Klassen |
|---|---|
| Grundschule | 1. bis 5. Klasse |
| Mittelstufe | 6. bis 9. Klasse |
| Oberstufe | 10. bis 12. Klasse |
Am Ende der zwölften Klasse machen die Schüler eine Abschlussprüfung. Wer möchte, kann danach an einer Universität studieren oder eine Berufsausbildung beginnen.
Wusstest du schon?
In manchen ländlichen Gegenden der Mongolei gibt es inzwischen mobile Kindergärten: Kleine Gruppen, die in Jurten unterrichtet werden – angepasst an das Nomadenleben. So können auch Kinder, die mit ihrer Familie viel umherziehen, früh etwas lernen.
Kindergarten in der Mongolei
Auch in der Mongolei gibt es Kindergärten. Doch sie sind vor allem in der Hauptstadt Ulaanbaatar oder in größeren Städten zu finden. Auf dem Land dagegen schicken viele Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten – oft, weil sie keinen in der Nähe haben oder weil sie meinen, dass kleine Kinder besser zu Hause bei der Familie bleiben sollen.
Dabei wäre ein Kindergartenbesuch für viele Kinder sehr hilfreich: Dort lernen sie, mit anderen Kindern umzugehen, Lieder zu singen, erste Wörter zu schreiben und sich auf die Schule vorzubereiten. In der Stadt besuchen deshalb immer mehr Kinder eine Vorschule oder einen Kindergarten, vor allem wenn beide Eltern arbeiten.
Schule in der Stadt
Viele Nomadenfamilien ziehen mit ihren Kindern in die Städte, um ihnen eine bessere Schulbildung zu ermöglichen. In der Mongolei muss man kein Schulgeld zahlen – der Schulbesuch ist also kostenlos. Doch trotzdem kostet die Schule Geld: Die Kinder tragen Schuluniformen, die gekauft werden müssen. Auch Schulbücher, Hefte und Stifte bezahlen die Eltern selbst. Für arme Familien ist das oft schwer.
Weil viele Familien vom Land in die Städte ziehen, sind die Schulklassen überfüllt. Es gibt nicht genug Klassenräume oder Lehrmaterialien für alle. Kinder aus armen Familien können sich oft nicht einmal ein Schulheft oder ein Schulessen leisten.
Mädchen holen auf!
Jungs brechen oft ihre Ausbildung ab, meist, weil sie den Eltern bei der Arbeit helfen müssen. Dafür machen mehr Mädchen ihre Schule fertig. An den Universitäten studieren sehr viel mehr junge Frauen als Männer, 70 von 100 Studierenden sind weiblich.
Schule auf dem Land
Auch in kleinen Dörfern und ländlichen Gegenden gibt es Schulen. In den letzten Jahren wurde dort viel gebaut: Neue Schulgebäude, bessere Ausstattung und mehr Lehrer sollen dafür sorgen, dass alle Kinder gut lernen können.
Doch es gibt ein Problem: Die Klassenzimmer sind oft voll, weil viele Kinder zur Schule wollen. Manchmal gibt es sogar Schichtunterricht, bei dem eine Gruppe morgens und die andere nachmittags unterrichtet wird.
Wusstest du schon?
In der Mongolei tragen fast alle Schüler eine Schuluniform – egal ob in der Stadt, auf dem Land oder bei den Nomaden. Und obwohl es große Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt, wollen fast alle mongolischen Kinder eines: etwas lernen und später einmal einen guten Beruf haben.
Schule für Nomadenkinder in der Mongolei
In der Mongolei leben viele Nomaden, besonders in der Steppe und in der Wüste Gobi. Diese Familien ziehen mit ihren Tieren von Ort zu Ort. Für ihre Kinder ist es deshalb schwer, regelmäßig eine Schule zu besuchen – denn oft ist die nächste Schule sehr weit entfernt.
Manche Lehrer reisen deshalb zu den Kindern und unterrichten sie direkt in der Jurte, dem traditionellen Zelt der Nomaden. Dort bekommen die Kinder sogar Hausaufgaben. Wenn ein Radio vorhanden ist, können sie auch mit Schulfunksendungen lernen. Trotzdem ist es nicht leicht, Unterricht und das Nomadenleben unter einen Hut zu bringen. Viele Kinder müssen zum Beispiel zu Hause mithelfen – gerade dann, wenn eigentlich Schule wäre.
Nur etwa 30 von 100 Nomadenkindern werden mit sieben Jahren eingeschult (Stand 2025).
