Mongoleis Flagge Mongolei

Was ist eine Jurte?

Bei der Jurte handelt es sich um das traditionelle Zelt, das die Hirten in West- und Zentralasien nutzen. Nicht nur in der Mongolei, sondern auch in Kirgisistan und Kasachstan leben die Menschen in Jurten. Die Jurte besteht aus einem Holzgerüst. Sie ist immer rund und sieht ein bisschen wie ein kleines Zirkuszelt aus. Das Holzgerüst wird mit Stoff bedeckt, das kann Baumwolle sein, aber auch Filz. Man kann die Jurte sehr klein verpacken und schnell auf- und abbauen. Sie passt dann auf zwei Kamele oder auch in ein Auto, je nachdem. Ungefähr ein bis zwei Stunden dauert es, eine Jurte aufzubauen und noch schneller geht der Abbau. 

Wie lebt es sich in einer Jurte?

In der Mitte einer Jurte steht ein kleiner Herd. Früher hatte man hier meist ein offenes Feuer, was ziemlich gefährlich war. Wenn du eine Jurte von außen betrachtest, dann siehst du ein Rohr, das hinausragt und durch das der Rauch abziehen kann. Steht so eine Jurte irgendwo in der Wüste Gobi, ist die Luftverschmutzung zu verkraften. Befinden sich aber viele Jurten an einer Stelle, wie zum Beispiel am Rand der Hauptstadt, trägt der Rauch zur Luftverschmutzung bei. Zur Inneneinrichtung gehören meist ein kleiner Tisch und am Rand der Jurte stehen Betten, auf die man sich setzen kann. Dazu kommt manchmal eine Kommode, in der die Mongolen Gegenstände und Kleidung aufbewahren.

Blick in eine Jurte:

Auf dem engen Raum der Jurte leben die Menschen. Sie schlafen, sie kochen und die Kinder spielen. Übrigens soll man eine Jurte nur mit dem rechten Fuß betreten und dabei keinesfalls auf die Schwelle treten, das bringt nämlich Unglück. Falls du jemals eine Jurte betrittst, solltest du darauf achten!

In manchen Jurten gibt es übrigens sogar Fernsehapparate, die werden dann mit Solarstrom betrieben und an eine Satellitenschüssel angeschlossen. Dann kommt die ganze Familie zusammen, um Fernsehen zu schauen. Die Moderne macht auch vor den Nomaden nicht Halt. 

Das Nomadenleben

Mit dem gesamten Vieh und allen Besitztümern bricht die Nomadenfamilie dann auf, um sich auf die Suche nach dem nächsten Weidegrund zu begeben. Für Kinder ist das gar nicht so einfach, denn sie haben ja nirgendwo ein Zuhause und eine Schule können sie nicht besuchen. Auch ist es schwer, neue Freundschaften zu knüpfen. Deshalb kommen die Lehrer manchmal in die Jurte, um dort die Nomadenkinder zu unterrichten. Stell dir vor, dass deine Lehrer zu dir nach Hause kämen. Für die Nomadenkinder in der Mongolei ist es jedenfalls eine Chance auf ein bisschen Bildung. 

Leben mit Pferden

Nirgendwo auf der Welt gibt es pro Einwohner so viele Pferde wie in der Mongolei. Nomaden gehen selten zu Fuß, sie reiten ihre Pferde. Schon kleine Kinder lernen das Reiten, manchmal noch, bevor sie laufen können. Die Mongolen sind sehr gute Reiter. Im Frühjahr werden die Fohlen gefangen und die Stuten gemolken. Nur so kommen die Mongolen an ihre Stutenmilch. So heißt es auch, dass die Pferde in der Mongolei zum ersten Mal gezähmt wurden. Übrigens ist es einfacher, eine Stute als ein Schaf zu melken. Das erste Stutenmelken ist für manche Mongolen-Völker ein religiöses Fest. 

Was ist Shagai?

Ein sehr beliebtes Spiel bei mongolischen Kindern heißt Shagai. Das ist so etwas wie "Knochen würfeln". Ja tatsächlich, beim traditionellen Shagai-Spiel kommen Knochen vom Fersengelenk des Schafs zum Einsatz.

Würfelt man mit dem Knochen, so bleibt er auf einer seiner vier Seiten liegen. Fällt der Knochen nach oben, so heißt das "Pferd", der runde Rücken bedeutet "Schaf" und die Lochseite "Ziege". Die vierte Seite ist "Kamel". Dieses Spiel kann man in ganz vielen Varianten spielen, als Wettrennen, Rauswürfeln usw. 

Schau doch mal in unserem Mitmachtipp nach. Hier lernst du das Spiel Shagai kennen und kannst es selbst einmal ausprobieren. 

letzte Aktualisierung am 04.02.2026