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Ein Zahlungsmittel, das schwer wiegt

Auf der mikronesischen Insel Yap gibt es ein ganz besonderes Zahlungsmittel: das Steingeld. Dabei handelt es sich um bis zu vier Meter große Münzen aus Stein. Um damit nur mal schnell zu bezahlen, sind die Steine viel zu schwer. Aber sie haben ein Loch in der Mitte, in das man - falls das Geld benötigt wird - einen Baumstamm bohren kann und dieser dient dann dem leichteren Weitertransport. Mehr oder weniger. Meistens lässt man den Stein dort, wo er ist und jeder merkt sich, welcher Stein wem gehört.

Die Steine stammen übrigens aus Palau, das mehr als 300 Kilometer entfernt liegt. Aber gerade deshalb handelt es sich um ein sehr kostbares Zahlungsmittel. Und wann wird es nun verwendet? Nur Männer verwendeten früher das Steingeld. Heute nutzt man es meist symbolisch, zum Beispiel bei dem Verkauf oder Kauf von Land.

Der Vorteil dieses Geldes: Es ist nicht so leicht zu klauen. Welcher Dieb will sich schon mit einem bis zu fünf Tonnen schweren Stein belasten?

Ganz schön schwer wiegend, das Steingeld auf der mikronesischen Insel Yap. [ © Eric Guinther / CC BY-SA 3.0 ]

Betelnuss kauen

So sehen Betelnüsse aus, die von vielen Menschen auch deshalb gekaut werden, um sich zu betäuben. [ © Forest and Kim Starr / CC BY 2.0 ]
Betelnuss

Vor allem für die Bewohner der Yap-Inseln ist das Kauen der Betelnusspflanze typisch. Diese Pflanze wächst in Mikronesien, aber genauso auf anderen Inseln wie Palau oder den Solomonen. Auch hier kauen die Menschen Betelnüsse. Hierzu mischt man die Nuss der Areca-Palme mit Kalk, den man aus zerstoßenen Muscheln gewinnt. Dazu kommen noch Pfefferblätter. Dieses Gemisch kaut man und spuckt es irgendwann wieder aus.

Warum macht man das? Die Betelnuss hat in dieser Kombination eine berauschende Wirkung, ähnlich wie Alkohol. Wer seinen Alltag vergessen will oder weniger Hunger verspüren möchte - auch dies ist ein Nebeneffekt des Betelnusskauens - greift auf diese Methode zurück. Am Ende leiden die Zähne und verfärben sich rot bis schwarz.

letzte Aktualisierung am 17.07.2017