Libanon
Wie geht es dem Libanon finanziell?
Seit 2019 steckt der Libanon in einer tiefen Wirtschaftskrise, die als eine der schlimmsten der Welt gilt. Viele Banken brachen zusammen, die Landeswährung (das libanesische Pfund) verlor mehr als 90 Prozent seines Wertes, und viele Menschen konnten nicht mehr auf ihr Erspartes zugreifen.
Im Jahr 2020 gab es eine schwere Explosion im Hafen von Beirut, die große Teile der Stadt zerstörte und viele Menschen erschütterte. Diese Explosion verschärfte die Krise noch weiter.
Heute leben viele Menschen im Libanon in Armut, arbeiten schwer oder finden keine festen Jobs. Die Preise für Lebensmittel, Benzin und andere wichtige Dinge sind sehr hoch.
Aktuell ist die Lage wirtschaftlich nach wie vor schwierig, aber es gibt auch Zeichen, dass sich manche Bereiche langsam stabilisieren und etwas erholen.
Staat und Reformen
Die libanesische Regierung arbeitet gemeinsam mit internationalen Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) daran, Reformen einzuführen und Hilfe zu bekommen. Es gibt neue Gesetze und Pläne, um die Banken wieder zu stärken und die Wirtschaft aufzubauen.
Auch die Weltbank unterstützt das Land mit Milliardenhilfen, damit Familien, Jugendliche und Menschen in Not besser unterstützt werden können.
Was wird im Libanon angebaut und produziert?
Landwirtschaft und Lebensmittel
Im Libanon gibt es fruchtbare Erde, vor allem in den Küstenregionen und Tälern. Dort werden Getreide, Obst und Gemüse angebaut. Besonders bekannt sind Olivenbäume, Weinstöcke und Feigenbäume, die gut im warmen Klima wachsen.
Zu den landwirtschaftlichen Produkten gehören:
- Weizen und Gerste
- Zitrusfrüchte und Trauben
- Oliven und Olivenöl
- Gemüse wie Tomaten und Zwiebeln
Aber: Das Land produziert nicht genug eigene Lebensmittel, um alle Menschen zu versorgen. Deshalb müssen viele Dinge aus anderen Ländern importiert werden.
Industrie und Rohstoffe
Die Industrie im Libanon ist kleiner geworden, weil viele Fabriken im Bürgerkrieg und durch spätere Krisen zerstört wurden. Trotzdem gibt es noch Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten, Kleidung herstellen oder Papier produzieren.
Rohstoffe im Libanon gibt es nur in begrenzter Menge. Dazu gehören kleinere Vorkommen von:
- Erdöl und Erdgas (zum Teil unter dem Meer vor der Küste)
- Eisenerz, Kalkstein, Kupfer und Phosphat
Die Entdeckung von Erdöl und Erdgas vor der Küste könnte dem Land in Zukunft helfen, mehr Geld zu verdienen. Allerdings gibt es Streit darüber, wo genau die Grenzen im Meer verlaufen, was die Suche und Nutzung bislang schwierig macht.
Kein Tourismus in einem Land, in dem Krieg herrscht
Tourismus – Chancen und Probleme
Früher war der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle für den Libanon. Menschen aus Europa, dem Nahen Osten und anderen Regionen reisten wegen der schönen Landschaft, der Strände und der Geschichte in den Libanon.
Doch durch jahrelange Krisen und Kriegssituationen in der Region sind viele Touristen ausgeblieben. Auch der Einfluss des Syrienkrieges und Sicherheitshinweise aus vielen Ländern ließen weniger Menschen in den Libanon reisen.
Heute kehren touristische Aktivitäten langsam zurück, und einige Menschen besuchen wieder das Land – aber der Tourismus ist noch nicht auf dem Niveau von früher.
Banken und Geld
Die Banken spielten früher eine große Rolle im Libanon und machten das Land zu einem wichtigen Finanzzentrum in der Region. Aber mit der Krise 2019 kam es zu einem Zusammenbruch des Bankensystems:
- Viele Menschen konnten nicht mehr an ihr eigenes Geld herankommen.
- Banken führten Regeln ein, wie viel Bargeld täglich abgehoben werden darf.
- Viele Menschen verloren Vertrauen und die Wirtschaft geriet noch mehr ins Stocken.
Heute arbeitet die Regierung daran, ein neues Bankensystem aufzubauen, und internationale Partner wie der IWF sollen helfen.
Aktuelle wirtschaftliche Situation im Libanon (2026)
Der Libanon hat viele schwere Jahre hinter sich: Kriege, eine schwere Wirtschaftskrise, eine große Explosion und viele Geflüchtete haben das Land stark belastet. Auch wenn es noch viele Probleme gibt – wie hohe Preise, Armut und fehlende Jobs – zeigen sich erste Zeichen der Hoffnung. Internationale Organisationen helfen dem Libanon mit Geld und Ideen. Die Regierung versucht, wichtige Reformen umzusetzen, um das Leben der Menschen zu verbessern. Es wird wohl noch lange dauern, bis sich alles erholt hat – aber viele Menschen im Libanon geben nicht auf und setzen sich für eine bessere Zukunft ein.