Kongo, Demokratische Republiks Flagge Kongo, Demokratische Republik

Wer ist Caritas International?

Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und leistet seit mehr als 60 Jahren Not- und Katastrophenhilfe auf der ganzen Welt. Typische Naturkatastrophen sind zum Beispiel Erdbeben, Vulkanausbrüche oder extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Dürren. Wenn solch ein Ereignis eintritt, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Partnerorganisationen direkt vor Ort und unterstützen die betroffenen Menschen. Auch in Krisengebieten ist diese Organisation aktiv. In vielen Ländern der Erde herrscht Krieg. Die Helfer vor Ort verteilen das, was am dringendsten benötigt wird - manchmal Nahrungsmittelpakete und Kochgeschirr und manchmal Decken und Sets, um das Trinkwasser zu säubern. Caritas international unterstützt vor allem die Menschen, die besonders schutzbedürftig sind: Kinder und Jugendliche, alte, kranke und behinderte Menschen.

Kindersoldaten im Kongo – Caritashilfe für ein Leben nach dem Krieg

Der 14-jährige Styven kam vor 3 Jahren zu den Rebellen. Er konnte fliehen und lebt nun in einem Zentrum der Caritas in Rutshuru.[ © Caritas international ]
Kindersoldaten im Kongo
Jean war mit seiner Familie auf dem Feld als die Rebellen kamen.[ © Jürgen Escher / Caritas international ]
Kindersoldaten im Kongo
Die Zahl der Kindersoldaten, die befreit werden konnten oder einfach im Transitzentrum auftauchten, hat in den letzten Monaten wieder zugenommen. Die meisten sind Jungen - Mädchen können ihren Peinigern oft nicht so leicht entfliehen.[ © Isabel Corthier ]
Befreite Kindersoldaten

Könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, als Soldat kämpfen zu müssen, statt zur Schule zu gehen? Nein? Das ist auch gut so, denn in Deutschland gibt es keinen Krieg, und Kinder haben viele Rechte. In anderen Ländern auf der Welt sieht das ganz anders aus, zum Beispiel im zentralafrikanischen Land Kongo.

Seit Jahrzehnten gibt es in der Demokratischen Republik Kongo Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und Rebellengruppen.

Die Kämpfe bringen Überfälle, Geiselnahmen, sexuelle Übergriffe und Morde mit sich. Viele Einheimische werden aus ihren Dörfern vertrieben und müssen fliehen. Zwischen 10 und 15 Kinder werden monatlich von den unterschiedlichen bewaffneten Gruppen verschleppt. Sie werden gezwungen, als Kindersoldaten zu kämpfen und andere Menschen zu töten. Dabei müssen sie nicht nur Gewalt ausüben, sondern werden auch selbst Opfer von Gewalt.

Jean ist 16 Jahre alt. Er war gerade mit seiner Mutter auf dem Feld, als die Rebellen in sein Dorf kamen. "Erst wurde meiner Mutter Gewalt angetan, dann wurde sie fortgejagt", beginnt Jean zu erzählen. "Ich wurde gezwungen mitzukommen und musste die Männer zu den Dörfern und Familien führen, die ich kannte. Sie haben ihre Häuser gestürmt und geplündert. Die Bewohner hatten keine Chance, sich gegen die bewaffneten Truppen zu wehren, viel zu groß war die Angst, erschossen zu werden. Unsere Einheit zählte etwa 100 Soldaten, davon waren 20 Kinder." Jean musste mitkämpfen und mit ansehen, wie diejenigen, die zu schwach waren, erschossen wurden. In einem unbeobachteten Moment konnte er eines Tages entfliehen. Tagelang war er im Busch unterwegs, bis ihn jemand fand und in ein Zentrum der Caritas brachte.

In den Zentren der Caritas werden die traumatisierten ehemaligen Kindersoldaten wieder auf ein normales Leben vorbereitet. Sie erhalten medizinische Versorgung, haben einen sicheren Platz zum Schlafen und bekommen Essen. Am wichtigsten ist aber, dass die Caritasmitarbeiter sich Zeit nehmen und ihnen zuhören, um ihnen zu helfen, die erlebten Grausamkeiten zu verarbeiten. Seit 2004 haben mehr als 7.000 Kinder die Zentren der Caritas besucht. Sie bleiben ungefähr drei Monate dort. Danach gehen viele von ihnen wieder zurück zu ihren Familien, besuchen die Schule oder fangen bei der Caritas eine handwerkliche Ausbildung an.

Mit freundlicher Genehmigung von Caritas International

letzte Aktualisierung am 16.01.2018